Satirisches

Gedichte

Ärztliche Kunst

Zum Hausarzt geht Herr Peter D.
Und klagt, mir tun die Beine weh.
Der Doktor sagt, in diesem Fall,
Da nehm ich mal den Ultraschall.
 
Das Sonogramm zeigt in den Beinen
Nichts außer schönen Gallensteinen
In des Patienten Gallenblase
Und dann im Darm gewisse Gase.
 
Der Arzt hat keine Zeit zum Reden
Und schickt Herrn D. zum Orthopäden.
Der röntgt und rät dann etwas hastig
Herrn D. zu zwei Mal drei Gymnastik.
 
Auch dem ist kein Erfolg beschieden,
Herr D. ist wirklich unzufrieden.
Der Hausarzt rät jetzt Peter D.
Wie wär es denn mit dem CT?
 
Dem Tomograph bleibt nichts verborgen,
Doch der Patient. macht sich jetzt Sorgen.
Das Tomogramm zeigt nun auch Sachen,
Die aber richt‘ge Sorgen machen.
 
Zum Beispiel, ach, du lieber Schreck!
Sitzt in der Leber noch ein Fleck.
Ist das nicht eine Metastase
Im Anfang der Entwicklungsphase?
 
Und man empfiehlt auf jeden Fall
Noch einen weit’ren Ultraschall.
Und auch die rechte Magenwand
Ist noch verdickt am Außenrand.
 
Das muss man auch noch untersuchen,
Die Kosten irgendwie verbuchen.
Und zu des Patienten Unbehagen:
Das Gastroskop fährt in den Magen.
 
Bloß fand man gar nichts in den Beinen
Außer erwähnten Gallensteinen
In des Patienten Gallenblase
Und dann im Darm gewisse Gase.
 
All das bringt wirklich keine Klärung,
Herr Peter fühlt im Darme Gärung.
Der Hausarzt rät, oh jemine,
Zur Gallenblasenstein-OP.
(Fortsetzung rechte Spalte)
.
Nein, nein, sagt Peter D., mitnichten,
Darauf kann ich gut verzichten.
Ein Szintigramm, das wäre Klasse,
Die Kosten trägt die Krankenkasse.
 
Das Szintigramm ist schnell gemacht
Dem Orthopäden wird’s gebracht.
Doch dieser kann aus all den Sachen
Auch wieder keinen Reim sich machen.
 
Der Hausarzt ist jetzt auch am Ende.
Doch ein Gedanke bringt die Wende:
Könnte es vielleicht nicht Rheuma sein?
Im rechten und im linken Bein?
 
Endlich genervt nach dreizehn Wochen
Bewegt Herr D. die wehen Knochen
Zum Rheumadoktor nahebei,
Ihm ist jetzt alles einerlei.
 
Er fühlt sich hin und hergeschoben
Und meint, er wäre selbst verschroben.
Was soll der Spezialist denn bringen?
Herr D. möcht sich die Hände ringen.
 
Doch in der Tat, der Spezialist,
der sagt nun wirklich, was es ist:
Das Rheuma, ach, das Zipperlein
Im linken und im rechten Bein.
 
Und noch dazu im rechten Arm,
In Peters Hirn schrillt der Alarm.
Und jetzt gibt’s keine Diskussion,
Die Lösung ist das Cortison.
 
Herr D. weiß, diese Arzenei
Ist auch das Gelbe nicht vom Ei,
Doch wenn es hilft, dann ist es gut,
Herr Peter D. fasst neuen Mut.
 
(Der Patient erkennt, was viele schon
wissen:
Das Leben wird immer gefährlicher, besonders zum Schluss.)
 
Jan. 2010
Dieter Paffrath
    Witwe Kraus und die Chemie
     
    Die Maus, sie lebt in Saus und Braus
    Von Körnern und vom fetten Speck
    Bei Witwe Kraus dort hinterm Haus
    Und denkt, das sei ihr Daseinszweck.
     
    Frau Kraus jedoch die denkt das nicht
    Und kauft sich eine Katze,
    Ein Raubtier, doch mit süßer Fratze.
    Frau Krause ist voll Zuversicht.
     
    Nicht so die Maus
    Bei Frau Krause hinterm Haus.
    Denn sie denkt, jetzt ist’s vorbei
    Mit der schönen Völlerei.
     
    Doch die Katze mit der Tatze
    Liegt bei Frau Kraus auf der Matratze
    Und lässt sich kraulen,
    Ohne zu maulen.
     
    Schläft immer in Frau Krauses Bett,
    Und wird dabei noch dick und fett.
    Frisst nur noch Futter aus der Dose
    Und hat nach kurzer Zeit Neurose.
     
    So profitiert zunächst die Maus
    Bei Witwe Kraus dort hinterm Haus.
    Frau Krause packt der blinde Zorn,
    Und legt vergiftet Weizenkorn.
     
    Tatsächlich auch die Maus verendet,
    Jedoch das Schicksal sich nun wendet:
    Die Katze frisst die tote Maus,
    Da war’s auch für die Katze aus.
     
    Das findet Witwe Kraus nicht nett
    So ganz allein in ihrem Bett.
    Es ist der Nachteil der Chemie,
    Was sie bewirkt, das weiß man nie.
     
    FAZIT:
    Wer Giftkörner auslegt, darf sich nicht wundern, einsam zu werden

Frau Krauses Hund

Die Witwe Kraus liebt ihren Hund.
Den küsst sie manchmal auf den Mund.
Du denkst, das ist nicht grad gesund?
Frau Kraus denkt dabei nur: Na, und?
 
Manchmal muss der Hund hinaus
Aus Frau Krauses Reihenhaus.
Er kackt auf öffentlichem Grund.
Frau Kraus denkt dabei nur: Na, und?
 
Der Hund bellt öfters ganz schön laut,
Die Nachbarn sind nicht sehr erbaut.
Gar grässlich röhrt’s aus seinem Schlund,
Frau Kraus denkt dabei nur: Na, und?
 
Beim Gassi geh’n der Hund macht Flecken,
Wo er pinkelt an den Ecken.
Dies ist ein ernster Klagegrund,
Frau Kraus denkt dabei nur: Na, und?
 
Gestern trat sie selbst in Kot,
Und merkt es erst beim Abendbrot,
Als Düfte durch die Wohnung streichen
Und auch ihr Riechorgan erreichen.
 
Frau Krause denkt, verdammt, au Backe,
Die Mettwurst schmeckt wie Hundekacke.
Flucht schrecklich über Nachbars Hund,
Ich denke dabei nur: Na, und?
 
Dieter Paffrath

Frau Krauses Salatbeet

Der Winter ist zum Glück vorbei,
Zu Ende ist die Jammerei
Über kalte Luft aus Osten,
Und die hohen  Heizungskosten.
 
Die Witwe Kraus im Garten geht,
Von Zeit zu Zeit auch wartend steht,
Um  erste Knospen zu entdecken,
Die noch tief im Boden stecken.
 
Wenn dann die Temp‘raturen steigen,
Die Sprossen erste Spuren zeigen,
Die Triebe auch im Weibe reifen,
Die sie im Winter musst verkneifen.
 
Den Samen, den der Herr geschenkt,
Sie eiligst in die Erde senkt,
Damit Radieschen und Salat
Im Sommer und im Herbst parat.
 
Schon bald sieht sie mit Wohlbehagen
Die Keime aus dem Boden ragen.
Und damit sie kräftig sprießen,
Muss man sie geschäftig  gießen.
 
Doch dann vor Schrecken sie erstarrt,
Sie sieht die Schnecken schon erwacht,
Die gierig mit den Fühlern riechen
Und zu den kleinen Pflänzlein kriechen,
 
Denn jung und zart sie schmecken lecker
Jedem dieser Schneckenschmecker,
Die zum Danke nach dem Prassen
Ihre Schleimspur hinterlassen.
 
Doch Frau Kraus greift jetzt zur Schere,
Schneidet Schnecken kreuz und quere,
Oder manchmal auch zum Messer
Um zu vernichten diese Fresser.
 
Sollen doch in Glied und Reihen
Ihre Pflänzlein gut gedeihen.
Und sie bringt zu diesem Zwecke
Jede Schnecke um die Ecke.
 
Indes des Nachts, jawohl, das weiß ich,
Die Schleimer werden richtig fleißig,
Und hervor aus allen Ecken
Kriechen ungezählte Schnecken.
 
Während dem ganz ohne Kummer
Witwe Kraus in sanftem Schlummer
Träumt von Kohl und Blattspinat,
Und nicht vom Schneckensyndikat.
 
Vielleicht auch schmiegt sie momentan
Sich an den netten Bettkumpan
Bei Kerzenschein und Dämmerlicht.
Nein, nein, das weiß ich wirklich nicht.
 
Jedoch ich ahne schon, au, Backe!
Eine Schnecken-Großattacke.
Gierig die Tentakeln wackeln.
Lange werden sie nicht fackeln.
 
Ahnungslos die Kraus Anette
Liegt in ihrem warmen Bette,
Und  hat grad mit ihrem Freier
Ein schönes Liebesabenteuer.
(Bei Kerzenschein und Dämmerlicht?
Nein, nein, das weiß ich wirklich nicht.)
 
Die Schnecken kommen angekrochen.
Sie haben es schon lang gerochen.
Und fangen an, ganz unbescheiden,
Das Salatbeet abzuweiden.
 
Frau Kraus genießt jetzt hoch erfreut
Des Freiers ganze Zärtlichkeit,
Denn sie hat zur rechten Zeit
Das gute Schneckenkorn gestreut.
 
Denn laut Werbung soll‘s die Schnecken
Ganz vergraulen und verschrecken
Und sogar noch wo vonnöten
Sie beim Schwelgen gänzlich töten.
 
Am nächsten Morgen um halb acht
Die Witwe Kraus ist aufgewacht.
Der Freier, ja man glaubt es kaum,
War lediglich ein schöner Traum.
 
Ohne lange abzuwarten,
Betritt sie ahnungsvoll den Garten,
Wo dann sofort ihr Atem stockt,
Was sie erblickt, sie ist geschockt.
 
Ein Schlachtfeld hat man hinterlassen,
Man sieht Anette stark erblassen.
Die Schnecken ham das Korn genossen
Und dann danach die zarten Sprossen.
 
Und die Moral von dem Gedicht?
Oftmals hält die Werbung nicht,
Was sie dem Kunden so verspricht.
 
Dieter Paffrath
Das Pausebrot
Am Mittag geht die Anneliese
Mit ihrer Katz zur Blumenwiese,
Um sich ein wenig auszuruhen.
Die Katze möcht‘ was andres tun.
 
Sie sitzt und lauert vor dem Loch,
In das die Maus sich grad verkroch.
Das Loch ist für die Katz zu klein,
Passt grad mal ihre Pfote rein.
 
Ich warte, denkt die Katz und legt sich,
Doch auch nach langer Zeit nichts regt sich.
Die Maus im Loche zittert bange,
Allmählich wird die Zeit ihr lange.
 
 
Die Angst vergeht und unterdessen
Will sie mal endlich etwas fressen.
Der Magen knurrt, und außerdem
Ist ihr das Warten unbequem.
 
Durch‘s Loch sieht sie die Anneliese
In der schönen Blumenwiese
Genüsslich speisen Brot mit Speck.
Nun ist die Maus ganz hin und weg.
 
Ein Stückchen Speck fällt grad herunter,
Da wird die Maus erst richtig munter.
Sie schießt heraus aus dem Versteck,
Denn Speck, das ist ihr Daseinszweck.
 
Kaum ist sie aus dem Loch heraus,
Die Katz schnappt ihren Lieblingsschmaus.
Die Anne isst ihr Pausebrot,
Die Maus ist jetzt ganz mausetot.
 
Fazit: Geduld zahlt sich aus, Ungeduld kann das Leben kosten.
Dieter Paffrath

Frau Krauses Kampf gegen die Viren

Frau Krause lebt so vor sich hin,
Strebt nicht nach Macht, nicht nach Gewinn.
Am Herzen liegt ihr die Gesundheit
Und zu bekämpfen ihre Rundheit.
 
Vor Viren und auch vor Bazillen
Hat sie den höchsten Widerwillen.
Sie fürchtet sich vorm Lebensende
Drum wäscht sie ständig ihre Hände.
 
In der Natur, so ist das eben,
Regt sich im Frühling manches Leben.
Nicht nur die Mäuse werden munter
Doch auch die Wiesen werden bunter.
 
So ist es auch in Krauses Garten,
Frau Krause kann es kaum erwarten,
Dass Blumen, Tiere voran machen
Und aus dem Winterschlaf erwachen.
 
Sie füttert schon auf ihre Weise
Buchfink, Amsel, und auch Meise.
Auch ein Mäuslein will sie locken
Mit vielen leck'ren Haferflocken.
 
Frau Krause sieht auch mit Entzücken,
Ein rotes Fell hat sie am Rücken.
Das passt zu ihrem eig'nen Haar,
Das auch schon immer rötlich war.
 
Doch bald schon kommt die Schicksalswende,
Die Sympathie ist schnell zu Ende,
Als Frau Krause was entdeckt,
Was sie im Inneren verschreckt.
 
Man kann verstehen, was sie fühlt,
Denn Rötelmaus hat schwer gewühlt.
Unterminiert jetzt die Terrasse,
Im Baggern ist sie große Klasse.
 
Drei Schaufeln Sand sind schon heraus,
Für Anna Kraus kein Augenschmaus.
Und diese ist auch stark beklommen,
Sieht hohe Kosten auf sich kommen.
 
Und dann erfährt sie noch, oh Graus!
Ein Virenträger ist die Maus!
Frau Krause ist total erschüttert:
Hätt ich das Biest bloß nicht gefüttert!
 
Frau Krause stürmt ins Haus behände
Und wäscht sich sieben Mal die Hände.
Sie spürt im Körper schon die Viren,
Im Blutkreislaufe zirkulieren.
 
Was soll ich denn zuerst mal tun?
Was ist jetzt wirklich opportun?
Bekämpf ich erst mal den Erreger?
Bestell ich gleich den Kammerjäger?
 
Sie eilt nervös zum Telefon
Und wählt sodann die Nummer schon.
Der Kammerjäger aber spricht:
"Nur eine Maus? Das lohnt sich nicht".
 
Frau Kraus lässt sich nicht irritieren:
"Das sind doch hunderttausend Viren!"
Schreit sie ins Telefon erregt,
Jedoch der Mann hat aufgelegt.
 
In ihrem grenzenlosen Kummer
Wählt sie vom Doktor jetzt die Nummer.
Der aber grinst und sagt:
"Nun seien Sie mal unverzagt
 
Jetzt bringen Sie mir her die Maus",
Doch die Frau Krause rastet aus.
Derweil die Maus in der Terrasse
Baut unter Platten eine Trasse.
 
Und fördert weiter ohne Frage
Kiloweise Sand zutage.
Dazu ist ihr dann auch gelungen,
Ein Nest zu bauen für die Jungen.
 
Frau Kraus fragt schließlich ihren Nachbar,
Was wär zum Schluss denn hier noch machbar.
Und dieser ist durchaus kein Blöder
Und rät der Frau zu einem Köder.
 
Tötet er auch Viren fragt Frau Krause noch,
Die Antwort: Aber sicher doch.
 
Auf ihrem Grabstein steht zu lesen:
Das ist Frau Krause mal gewesen
Mausköder hat sie eingenommen
Das ist ihr leider nicht bekommen
 
Dieter Paffrath

 

Die Köchin hat heut’ Ente gebraten.
Da hab ihr zur Rente geraten
Es lärmen wieder Rüttelsteine,
Wir lernen lieber Schüttelreime
Februar-Gedicht (2015)
Der Januar hat schon gezeigt,
Wie bei ihm das Wetter geigt.
Und was jetzt kommt, das ist schon klar:
Es ist der Monat Februar.
Wir warten ab, was er uns bringt,
Und ob uns da was Bess’res winkt
Am Wochenende kommt die Wende,
Die Nebellage geht zu Ende.
Doch wer da denkt, es kommt die Sonne,
Wird schnell gestört in seiner Wonne.
Statt trübem Nebel folgt hingegen
Von Westen her ein kühler Regen
Das sagen uns die Meteorologen.
Ich hoffe nur, es ist gelogen.
Doch gibt’s noch eine Gnadenfrist,
Die niemandem zum Schaden ist:
Der Föhn hat sich herein geschlichen,
Die Wolken sind vor ihm gewichen.
Doch wird es auch nicht lange dauern
Bis zu den nächsten Regenschauern..
Und nach dem Föhn ist vor dem Föhn.
Und das ist schön

 

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